Bioland-Imkerei Alte Werkstatt
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Liebe Imkerin, lieber Imker: Das steht jetzt an im tiefen Oberschwaben...

Vorneweg:

Mit diesen Hinweisen wende ich mich vor allem an jene, die bei mir in den vergangenen Jahren Völker gekauft haben und an jene, die in meinen 20 Jahren "Wilhelmsdorfer Schulimkerei" Freude an der Bienenpflege gewonnen haben. Aber auch an all jene, die einfach Interesse daran haben, wie der Imkerkollege arbeitet. Wie ImkerkollegInnen arbeiten, interessiert mich selbst ebenfalls sehr. Bruder Adam war ein Leben auf der Suche nach der besten Honigbiene. Für mich reicht's einige Nummern kleiner: Mein Imkerleben besteht darin, meine Betriebsweise dauernd zu verbessern, Anpassungen vorzunehmen. Und die Qualität dessen, was wir den Bienen wegnehmen, hochzuhalten, aber auch die Qualität dessen, was wir den Bienen anbieten: Eine bienengerechte Wohnung (Beute, Waben), Pflege und eine bienengerechte Nahrungsgrundlage (Natur-und Kulturlandschaft).

 

Jetzt , geschrieben am 12. Mai 2016

 

Pankratius, Bonifatius und Servatius und dann noch die "Kalte Sofie" ..., es kommt so, wie es eben immer wieder ist: Regen und Kühle vor Mitte Mai. Unsere Bienen und unsere Honigräume würden schon noch ein paar gute Nektartage vertragen. Bis dato waren es in diesem Jaht 13 Nektartage, an denen die Bienen eintragen konnten. Für eine gute Tracht sind  (neben aufsatzreifen Völkern) 20 Nektartage notwendig. Mal sehen.

 

Vor dem Aufblühen sollten die  -kurz zuvor ausgewinterten!- Völker sieben Dadantwaben besetzen. dann werden sie auch beim Erblühen von Kirsche, Zwetschge und Löwenzahn den ersten Honigraum innerhalb einer Woche weitgehend besiedeln.

 

Nur, dieses Jahr sind die Tage ungestörten Bienenflugs -ohne Ostwind-bei reativer hoher Luftfeuchtigkeit noch rar. Bis heute waren's bei uns genau dreizehn (Ostwindtage eingerechnet). Jedoch, zu Beginn der Löwenzahnblüte und vor den Eisheiligen (Raps) war der Nektarfluss ergiebig.

 

Was ist jetzt zu tun:

- Wenn nicht jetzt, während dieser Kalt-Regen-Periode , wann werden die Völker dann schwarmreif? Es sind genügend Vorräte gebildet, es sind große verdeckelte Brutflächen vorhanden, es gibt eine Überzahl an Pflegebienen, die Flugbienen sind ohne Aufgabe. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die Bienenvölker, die schwarmtriebig sind, jetzt den Abflug einleiten, Schwarmzellen pflegen, die Eilage stetig absenken.

- Nun wäre es gut, wenn die Völker schon vor dieser Eisheiligenperiode geschröpft worden wären. Teilweise hatten Völker schon zu Beginn dieser Woche verdeckelte Weiselnäpfe. Und, dies war dieses Mal ganz überwiegend bei Völkern mit Königinnen, die 2014 geboren wurden, der Fall (Zweijährigen Königinnen).

- Bei Regen und relativer Kälte macht es keinen Sinn, Volkskontrollen durchzuführen: Der Bien erfährt den Eingriff als bedrohlich, der Imker wird nicht ungeschoren davonkommen.

- Das Ende des Regens abwarten, Flugwetter sollte sein: Nun kann eine Volkskontrolle erfolgen.

Alternative: Abwarten, Bienen schwärmen lassen, hoffen, den Schwarm einfangen zu können: Für die Bienen wäre das die Methode ihrer Wahl -bienengerecht. Gleichzeitig wird durch die Brutunterbrechung in Neu- und Altvolk die Varroamilbe dezimiert. Wann werden sie schwärmen? Heute beginnen sie mit der Schwarmvorbeitung, am Freitag in einer Woche sind die Königinnenzellen verdeckelt. Dann kann's abgehen, bei gutem Flugwetter gegen 13.00.

Sollte der Raps so weiterhonigen, wie er aufgehört hat, könnte es sein, dass einige Völker die Weiselzellen wieder ausbeißen.

- Volkskontrolle, wie? Drohnenwabe...wird ausgebaut, frisch bestiftet: Indiz: Keine Schwarmgefahr.

- Drohnenwabe wird nicht mehr ausgebaut, nicht mehr bestiftet: Indiz für Schwarmtriebigkeit. Gleichzeitig kann dies aber auch anzeigen: Volksentwicklung ist über dem Höhepunkt, keine Schwarmgefahr mehr. Also: Weitere Anzeichen beachten:

- Königin legt stetig,. Keine Schwarmgefahr.

- Keine bestifteten WN, WN sind eingekröpft: Keine Schwarmgefahr. Einschließlich DW reicht die Kontrolle von drei Waben im Dadantsystem aus.

- Das einstmalige Credo vom "Raum geben, das dämpft den Schwarmtrieb ungemein" ist inzwischen nicht mehr zu hören. Inzwischen imkert man/frau wieder mit angepasstem Brutraum, so, wie's Professor Zander schon vor 50 Jahren gelehrt hat. Nicht die Höhe des Magazinturms ist entscheidend, sondern das, was im Bienenkasten drin ist.

- Und, die Wege des Biens sind zuweilen unergründlich!

 

 

 

Über Rückmeldungen würde ich mich freuen! Schreiben Sie, wenn Sie mögen, in "Mein erster Blog:

 Bienenpflege".

 

 

 

 

 

Mein erster Blog: Bienenpflege.

Ob Sie nun ImkerIn sind oder NaturliebhaberIn oder BienenfreundIn, hier können Sie gerne einen Kommentar zu Bienenhaltung oder Natur-und Kulturlandschaft schreiben.

12. Mai 2016
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Impressionen aus dem Winter 2014/15                                                                               Gerade war der Specht noch fleißig ...ohne die Bienen zu stören. Bei zunehmendem Frost und Schnee muss der Imker seine Bienen schützen

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